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Gewächshaus richtig heizen: Was Sie beachten müssen

Gewächshaus heizen

In fast 90% der Gewächshäuser werden Tomaten gezüchtet. Meistens wird dabei auf eine Gewächshausheizung verzichtet. Werden hingegen exotische Pflanzen, wie Orchideen oder Kakteen kultiviert, setzt das eine Heizung regelrecht voraus.

Aber Achtung: Auch und gerade bei Tomaten, lohnt sich eine Gewächshausheizung! Wieso das so ist und wie Sie den optimalen Heizungsbedarf ermitteln, lesen Sie hier.

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Es versteht sich, dass ein Gewächshaus gut isoliert sein muss. Dafür bieten sich Stegdoppelplatten (mindestens 16mm) Isolierglas und oder Luftpolsterfolie an. 

Exotische Pflanzen benötigen immer eine Heizung. Dabei wird im Januar zwar mehr Energie verbraucht als im Juli. Die Heizleistung wird jedoch konstant beansprucht.

Würde man hingegen Tomaten beheizen (ohne Anzucht) bräuchte man dies nur für wenige Monate. Denn Tomaten hat man ja nicht im Winter. Im Juni, Juli und August ist ebenfalls keine Heizung erforderlich.  Es sein denn es ist ein wirklich mieser Sommer mit Regen und Kälte. Bleiben April, Mai, September und anteilig Oktober. Zusammen ca. 20% des Jahresbedarfs einer Heizung. 

Dafür wird man mit Ernten bis Ende Oktober und Erntebeginn Anfang Juli belohnt. Das zusätzlich auch Pilzkrankheiten vorgebeugt wird, kommt noch dazu.

Wie kann man den Heizungsbedarf ermitteln?

Gewächshaus Heizungsbedarf

Um den Bedarf einer Gewächshausheizung zu ermitteln, muss man die Oberfläche des Gewächshauses berechnen, je nach Bedachung den Wärmedurchgangskoeffizienten kennen und die gewünschte Temperaturdifferenz zwischen Außen- und Innentemperatur benennen.

Die Oberfläche errechnet sich aus der Summe aller Außenflächen des Gewächshauses. Ist ein Sockel vorhanden, wird die Fläche nur zur Hälfte gerechnet, da hier die Isolierung besser ist, als die der Bedachung.

Der Wärmedurchgangskoeffizient (= U-Wert, früher k-Wert) wird durch die Bedachung bestimmt. Bei Normalglas 3mm, beträgt er z.B. = U-Wert 6, bei Stegdoppelplatten 6mm = 3,5, bei Stegdoppelplatten 16mm = 2,7. Für die Temperaturdifferenz (ΔT) kann man den niedrigsten Wert im Oktober annehmen, (Zugspitze) – 3,5° C und wenn man dann im Gewächshaus eine Mindesttemperatur für die Tomaten von 10 °C halten will, ergibt sich ein Wert von 13,5°C. 

Eine Beispielrechnung: Wenn die Gesamtaußenfläche des Gewächshauses 20m2 groß ist, das Haus mit Hohlkammerplatten 6mm ausgerüstet ist (k-Wert 3,5) und die gewünschte Temperaturdifferenz 13,5°C beträgt, errechnet sich so der Wärmebedarf: (A x U x ΔT) = 20 x 3,5 x 13,5 = 945 kcal/h.

Meist wird die Leistung der Heizungen in Watt angegeben. 1 Watt = 0,86 kcal/h. Also 945 X 0,86 = 812,7W. Man benötigt also mindestens 800 Watt Leistung.

Gewächshausheizung Elektro

Elektro Gewächshausheizung

Die wohl einfachste Art der Heizung ist der Einsatz einer elektrischen Gebläseheizung. Natürlich kommt nicht irgendeine Heizung in Frage. Spezielle Gewächshausheizungen sind aus Edelstahl und vor allem spritzwassergeschützt. Jede Heizung muss regulierbar sein, meist in Verbindung mit einem ebenfalls so geschützten Thermostat.

Ob die Elektro-Gewächshausheizung, im Vergleich zum Gas, teurer ist, muss man anhand des Bedarf prüfen. Nicht vergessen darf man dabei aber die bequeme Bedienung. Zusätzlich kann man die Heizungen als Ventilator einsetzen. Denn Luftbewegung ist wichtig zur Verhinderung vieler Pilz- und Bakterienkrankheiten.

Die Elektro-Gewächshausheizungen von Bio Green haben sich tausendfach bewährt.

Gewächshausheizung Gas

Gewächshausheizung Gas

Moderne Gewächshausheizungen sind sicher, thermostatisch gut regelbar und nutzen die eingesetzte Energie zu 99%. Bei der Verbrennung wird Sauerstoff verbraucht und CO2 abgegeben. Die CO2-Konzentration in der Gewächshausluft fördert das Pflanzenwachstum, allerdings können blühende Pflanzen Schäden erleiden. Eine Abgasvorrichtung kann die erhöhte CO2  Konzentration verhindern. Dies ist zumeist bei Gewächshausheizungen mit Gas-Antrieb der Fall. 

Daher finden Sie in der Welt von Bio Green eine sorgfältige Auswahl an Gas-Gewächshausheizungen: Eine Gasheizung kann eine Nullabschaltung (mit automatischer Wiedereinschaltung) zur Energieeinsparung und eine Sauerstoffmangel-Sicherung haben. Auch solche Gewächshausheizungen sollten aus Edelstahl gefertigt sein. Anders als Gasgeräte für den Wohnbereich sind Gas-Gewächshausheizungen ab 0°C regelbar. Die Kombination von Katalysatorbrenner und Temperaturregler mit Nullabschaltung bringt eine Energieeinsparung von ca. 25 %. Einziges Manko, man muss öfter nachschauen, ob die Gasflasche noch genügend Inhalt hat!

Bodenheizung für das Gewächshaus

Bodenheizkabel Gewächshaus

Ein „warmer Fuß“ fördert das Wachstum sagt der Gärtner. Ein warmer Fuß, das ist bei Pflanzen ein warmer Wurzelraum. Besonders Jungpflanzen und Stecklinge wissen das zu schätzen.

Die Bodenheizung kann mit Heizmatten, -platten, -kabel oder durch warmes Wasser erreicht werden.  Es empfiehlt sich die Bodenheizung mit einer anderen Heizung zusammen zu betreiben. Geeignete Gewächshaus Bodenheizkabel finden Sie in unserem Online-Shop

Gewächshausheizung mit Petroleum/Paraffin

Paraffin Gewächshausheizung

Die Paraffinheizungen sind vor allem für kleine Gewächshäuser geeignet. Auch sie erfordern Wartung, aber in wesentlich längeren Zeiträumen. Als Frostwächter im Frühjahr und Herbst sind sie kostengünstig einzusetzen. Da sie preisgünstig sind, kann man auch mehrere verwenden. Mit entsprechendem Markenpetroleum für Paraffin Heizungen, das rückstandsfrei und ohne Rußbildung verbrennt, wird auch Geruch vermieden. Übliche Petroleumbrenner haben einen Tankinhalt zwischen drei und fünf Litern. Das reicht für eine Woche Leistung, je nach Typ, zwischen 300 und 600 Watt.

Warmwasser-Gewächshausheizung

Wird das Gewächshaus an die Wohnhausheizung angeschlossen, sorgt eine Warmwasserheizung mit Heizungsrohren und großem Rohrquerschnitt für gute Wärmeverteilung. Natürlich ist dabei eine Heizungsfachfirma gefragt.

Das Wasser eine Warmwasserheizung fließt dabei durch schwarze, im Boden verlegte Heizschläuche oder wird in Schläuchen mit größerem Durchmesser durch die Sonne erwärmt. Im Wurzelbereich verlegt, spricht man von einer Vegetationsheizung. Sogar die Kombination mit einem Solarkollektor zum Erwärmen des Wassers ist möglich. Allerdings kann mit einer Vegetationsheizung die Raumluft nicht, oder nur wenig erwärmt werden.

Öl- und Kohleöfen

Auch Öl- und Kohleöfen sind selten geworden. Der Betrieb kann nur nach Absprache mit dem Schornsteinfeger erfolgen. Sie müssen immer so aufgestellt werden, dass sich die Wärme möglichst gleichmäßig im Gewächshaus verteilt. 

Zusätzliche Isolation des Gewächshauses sorgt für noch besseren Schutz und Wärmedämmung. Nutzen Sie Luftpolsterfolie in der Innenseite und Styropor- oder Styrodurplatten am Fundament. Isolationsfolien haben meist spezielle Halterungen zum schnellen anbringen und wieder entfernen. Achten Sie beim Anbringen einer Gewächshausisolation immer darauf, dass den Pflanzen immer noch genügend Licht zu Verfügung stehen.

Die Originalversion dieses Beitrags erschien in der Gewächshaus Post, Ausgabe 10/2015, Text und Bild: Jörn Pinske.

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1 comment
Phil - 5. Februar 2018

Vielen Dank für diesen informativen Artikel. Besonders die Grafik ist sehr interessant für mich.

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