Gewächshaus lüften – Profi Tipps und Tricks

Gewächshaus lüften

Das Verhältnis der Fensterfläche (Lüftungsfläche ohne Tür) zur Grundfläche des Gewächshauses sollte zwischen 18 bis 24 Prozent betragen. Nur so kann im Sommer bei hoher Einstrahlung ein Lufttausch erreicht werden, der eine Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außentemperaturen von mindestens 3°C ermöglicht. Der Austausch der Luft ist auch von der Windgeschwindigkeit abhängig.

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Schon beim Kauf oder Bau eines Gewächshauses sollte man auf ausreichende Lüftungsklappen achten, möglichst in allen Dachflächen, um die windabgewandte Seite lüften zu können. Zusätzliche Seitenlüftungen sind hilfreich. Wo man die Fenster einbaut ist meist durch den Hersteller vorgegeben. Mit einer möglichst tief angesetzten Seiten- und einer entsprechenden Dachbelüftung ist eine optimale Luftzirkulation gewährleistet, weil die warme Luft rasch aufsteigt und von unten kühle Luft nachgeführt wird. Jede natürliche Belüftung ist einer Zwangsbe- bzw. entlüftung vorzuziehen. Lüftung ist erforderlich, damit die Temperatur nicht über einen Höchstwert steigt. (Für den Mindestwert ist dann die Heizung notwendig.

Es gibt auch für Pflanzen eine Wohlfühltemperatur

Für die meisten Nutz- und Zierpflanzen, wie zum Beispiel Tomaten oder Balkonblumen im Hobbygewächshaus kann man sagen: 0°C und weniger und die Pflanzen erfrieren. Bis 10°C - stoppt das Wachstum, der Pflanzen, sie erleiden Stress. Die Folge: höhere Anfälligkeit gegen Schädiger. 15°C bis 24°C sind ideal. Ab 28°C verlangsamt sich das Wachstum, die Photosynthese hört auf. Kritisch wird es ab 40°C, was aber von den meisten Pflanzen noch für kurze Zeit ertragen wird, noch höhere Werte führen zu dauerhaften Schäden bis zum Verlust. Grundsätzlich, bei hohen Temperaturen steigt die Intensität der Atmung (Verdunstung) und die Pflanze verbraucht wertvolle Energie-Reserven (Assimilate). Deshalb ist die Temperaturabsenkung in der Nacht physiologisch wichtig.

Luft zum Atmen, aber es kann auch zu viel sein

Hauptbestandteile der Luft sind Sauerstoff, Stickstoff, Kohlendioxid und Wasserdampf. Bei der Fotosynthese können Pflanzen daraus mit dem Chlorophyll in den Blättern, mit Wasser und unter Einwirkung des Lichtes Zucker, Stärke und Zellulose sowie viele andere chemischen Stoffe produzieren. Diese Stoffe müssen in der Pflanze transportiert werden. Dazu nutzen die Pflanzen die Transpiration, die durch einen Unterschied im Wasserpotential zwischen Blatt und Luft hervorgerufen wird. Die Verdunstung von Wasser hat nebenbei eine kühlende Wirkung, die eine Überhitzung der Blätter verhindern kann. Wichtig dabei sind die regulierbaren Öffnungen in der Blattunterfläche (Spaltöffnungen) der Pflanzen (Stomata). Auch über die Blattoberfläche wird geringfügig Wasser abgegeben, weil die Oberfläche durch die Cuticula, eine Wachsschicht, geschützt wird. Die Wasserabgabe wird durch die Luftfeuchtigkeit, die Windgeschwindigkeit, die Lichtintensität, die Temperatur, die Pflanzendichte, durch Nährstoffmangel und die Bodenstruktur gesteuert.

Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft, das ist bekannt. Nachts ist die Luftfeuchtigkeit in den Gewächshäusern höher als am Tag. Bei hoher Luftfeuchtigkeit verdampft Wasser langsamer. Die Spaltöffnungen der Pflanze öffnen sich, was für den Nährstofftransport wichtig ist. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit (geöffnete Lüftung, Hitze!) verdampft Wasser schneller. Die Pflanze schließt die Spaltöffnungen und wächst nicht mehr. Hohe Luftfeuchtigkeit kann je nach Pflanzenart erwünscht oder gefährlich sein. Auf jeden Fall muss die Luftzufuhr (Temperatur) über Lüftungsklappen geregelt werden. Wenn Boden und Substrat des Gewächshauses gut angefeuchtet sind, wird zusätzlich eine Kühlung bewirkt. Andererseits kann ein schneller Luftstrom (Hitze) die Verdunstung übermäßig beschleunigen. Die Pflanzen verdunsten mehr Wasser, als sie über die Wurzeln nachführen können: sie welken. Zusätzlich kommt es im Wurzelbereich zu einer Erhöhung der Salzkonzentration, die sich ebenfalls negativ auf die Wurzeln bis hin zum Totalverlust auswirken kann. Dagegen hilft, statt noch mehr Lüftung weniger Luft und dafür höhere Luftfeuchtigkeit.

Auch eine Schattierung des Gewächshauses verhindert Überhitzung. Im Herbst und Winter, aber auch zunächst im Frühjahr ist das ganz anders – die Feuchtigkeit muss möglichst niedrig gehalten werden. Wenn es noch oder wieder kühl ist. Wenn das Tageslicht gering ist, breiten sich in feuchter Atmosphäre viele Pilzerkrankungen aus. Dazu gehören Schimmel und Mehltau sowie Pilze, die unweigerlich zu Fäulnis von Stängeln und Speicherorganen (Zwiebeln, Sprosse, Knollen und Ähnliches) führen. Natürlich hängt alles davon ab, welche Pflanzen man zieht. Bei Temperaturen von 5–8 °C im Winter kann die Luft auch einfach dadurch trocken gehalten werden, dass man im Gewächshaus nur sparsam jene Pflanzen gießt, die wirklich wachsen. Pflanzen im Ruhestadium benötigen kaum Wasser.

Automatische Fensteröffner

Sie sind eigentlich unentbehrlich, verhindern sie doch die Überhitzung des Gewächshauses und sichern eine optimale Lüftung. Automatische Fensteröffner für Kleingewächshäuser funktionieren unabhängig vom Strom. Der Antrieb basiert auf einer Wachsbasis in einem Zylinder. Dieses Wachs zieht sich dank seiner physikalischen Eigenschaften bei niedrigen Temperaturen stark zusammen und dehnt sich bei steigenden Temperaturen aus. Die Wachsflüssigkeit bewegt eine Kolbenstange, die sich nach vorn bewegt und über eine Hebelmechanik das Fenster öffnet, oder sich durch das Gewicht des Fensters und eine Stahlfeder zurückzieht. Ohne die Kraft der vorgespannten Feder würde das Gewicht des Fensters nicht ausreichen, um Wachs und Kolbenstange zurückzudrücken. Dieser Vorgang geschieht langsam. Durch Ein- bzw. Ausdrehen des Führungsrohrs am Lüfter kann der Zeitpunkt des Öffnens und Schließens – immer voneinander abhängig – auf die richtige Temperatur eingestellt werden. Je nach Hersteller beträgt die Tragkraft zwischen 7 und 18 kg.

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