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Orchideen pflegen – Die besten Tipps und Tricks

Orchideen Pflege

Orchideen, vor allem die Falterorchidee (Phalaenopsis), gehören heute zu den „normalen” Zimmerpflanzen. Aber der Eindruck ist etwas voreilig, denn viele der besonders interessanten Arten lassen sich nur im Gewächshaus optimal pflegen.

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Die lange Haltbarkeit der Blüten, die bizarren Formen, die exotischen Farben, kurz: die Schönheit der wohl 30 000 verschiedenen Orchideen weltweit üben eine besondere Faszination aus. Ob Miniaturen oder riesige Pflanzen, bei den Orchideen findet sich alles.

Die unterschiedliche Herkunft kann die Pflege im kalten, im temperierten und im warmen Gewächshaus ermöglichen. Sogar unbeheizte Gewächshäuser lassen sich für „frostharte“ Exemplare nutzen. Die Vielfalt ermöglicht ein spannendes Hobby.  

Im Gewächshaus kann man Orchideen nicht nur im Topf, sondern im natürlichen Umfeld aufgebunden kultivieren. Auf kleinstem Raum kann man eine Vielzahl halten, denn Miniaturformen sind bei den Orchideen nicht selten.

Woher stammen die Orchideen?

Orchideen wachsen auf allen Kontinenten, besonders in tropischen Gebieten. Neben Naturformen, entstanden Züchtungen, darunter zahlreiche Gattungs- bzw. sogar Mehrgattunshybriden. Aus dem Standort ergibt sich der Hinweis auf die richtige Temperatur. Aber auch auf eine mögliche Ruhezeit.

Orchideen mit Bulben (Scheinzwiebeln - Pseudobulben) benötigen eine Ruheperiode. Sie passen sich den Jahreszeiten an. Wie der heimische Frauenschuh (Cypripedium) der im Herbst seine Blätter verliert und im Erdreich überwintert. Ähnlich verhalten sich tropische Verwandte, sie verlieren entweder auch die Blätter (Lycaste) oder stellen das Wachstum ein. Nur bulbenlose Orchideen, wie die Falterblume (Phalaenopsis) oder tropische Frauenschuhe (Paphiopedilum) kennen keine richtige Ruhezeit. Sie brauchen sie nicht, weil die Bedingungen über das Jahr gleich sind. Die Ruheperiode beginnt mit dem Abschluss des Jahrestriebes und endet mit dem Neutrieb.

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Gießen und Ernähren von Orchideen

Die richtige Wasser- und Düngermenge ist abhängig vom Wachstumsstadium, der Jahreszeit und dem individuellen Zustand der Pflanze. Man muss bedenken, dass die Orchideen nicht leicht erkennen lassen, ob sie Wasser benötigen oder nicht. Durch die meist festen, fast sukkulenten Blätter und Bulben macht eine Orchidee nicht so leicht „schlapp.“ Man kann nur feststellen, ob der Pflanzstoff noch genügend feucht ist, ob gesunde Wurzeln vorhanden sind und ob die Pflanze überhaupt gerade wächst.

Nur in der Vegetationszeit benötigen Orchideen Wasser (und Nährstoffe). Mit der Fingerprobe kann man feststellen, ob man Gießen muss: Dazu drücken Sie Ihren Finger leicht in die Erde. Fühlt sich das Substrat kalt und nass an, wird nicht gegossen. So einfach ist das! Viele Probleme bei der Pflege der Orchideen sind auf falsches Gießen zurückzuführen. Zu viel Wasser, zu wenig, zu oft, zu selten. Als Folge entstehen häufig Wurzelschäden, die sogar zum Verlust der Pflanze führen können.

Verwenden Sie weiches, abgestandenes Wasser mit der Umgebungstemperatur. Verdrehte Blätter deuten meist auf eine Schädigung der Wurzel hin. Der Grund ist meist zu viel Wasser, aber auch zu geringe Luftfeuchtigkeit. Übrigens gilt bei Orchideen: Eher zu trocken als zu nass.

Orchideen wollen hoch hinaus

Bei den tropischen Orchideen sind die Epiphyten, wörtlich übersetzt "Überpflanzen" oder auch Aufsitzer vorherrschend. Ihre Nahrung beziehen die Epiphyten aus geringen Humusmengen. Aber nicht nur Orchideen, auch Farne, Bromelien und viele andere wachsen so. Epiphyten bilden in einigen tropischen Wäldern 30 bis 50 Prozent der gesamten Flora. Sie zeichnen sich durch hohe Anpassungsfähigkeit aus. Orchideen haben dann eine besondere Wurzel, die Luftwurzel. Damit können sie Wasser und darin gelöste Nährstoff sehr schnell“ aufsaugen“. Das ist wichtig um Tropenregen und Tau zu nutzen.

Orchideen im Gewächshaus

Licht und Schatten

Orchideen haben entsprechend ihrer Herkunft unterschiedliche Lichtansprüche. Im Zimmer kümmern selbst Pflanzen mit geringeren Lichtansprüchen häufig. Lichtmangel erkennt man an gelben, weichen Blättern. Der Gärtner spricht dabei vom "vergeilen". Ganz anders die Möglichkeiten im Gewächshaus, hier muss von Mai bis September sogar schattiert werden. Ohne Licht können Pflanzen weder Wasser noch Nährstoffe verarbeiten.

Dünger, Nährstoffe aus der Flasche

Pflanzen benötigen in der Wachstumszeit -meist ist das die lichtreiche Zeit im Frühjahr und Sommer - mehr Dünger als wenn sie nicht wachsen. Etwas Dünger benötigen sie in den modernen Substraten aber immer! Als Faustregel kann man sich merken, bei jeder dritten Gießgabe düngen. Dabei aber keine trockenen Pflanzen düngen - hier besteht Verbrennungsgefahr für die Wurzeln. Normale Dünger sind meist für Orchideen zu nährstoffhaltig, das Verhältnis von Stickstoff zu Phosphor und Kali stimmt nicht und die wichtigen Spurenelemente fehlen. Damit kann man der Pflanze im Zweifel eher schaden, als dass man ihr etwas Gutes tut. Abhilfe schafft da ein Individualdünger, der genau auf die Bedürfnisse von Orchideen abgestimmt ist.

Umtopfen und Substrat

Je nach Zuwachs werden Orchideen jährlich oder nur in 2-3-jährigem Zyklus umgesetzt. Dabei sollte man immer Spezialerden verwenden. Denn die epiphytische Lebensweise verlangt ein besonders durchlässiges, aber strukturstabiles Substrat. Heute sind vor allem Kokkus als Faser und Chips gebräuchlich, dazu Torfmoos (Sphagnum) und Rinde.

Was tun bei Schädlingen auf Orchideen?

Auf Schädlinge müssen Sie bei der Orchideenpflege immer achten. Besonders oft können Spinnmilben, die Rote Spinne, Woll- und Schildläuse auftreten. Abhilfe im Gewächshaus schaffen Nützlinge oder verschiedene zugelassene Pflanzenschutzmittel. 

Die Originalversion dieses Beitrags erschien in der Gewächshaus Post, Ausgabe 12/2015, Text und Bild: Jörn Pinske.

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